Die Sonne scheint morgens aufs Zelt - das erste Mal während der Tour, die aber, abgesehen von den paar
Regentagen, im Rückblick eigentlich recht gutes Wetter vorrätig hatte.
Da wir mehr als genug Zeit haben, fahren wir hinter der schon beschriebenen Hochplateaustrasse (da sind die Bilder entstanden)
anstatt wie geplant direkt in Richtung Süden eine weitere kleine Strasse Richtung Osten, die ebenfalls auf
einem Hochplateu verläuft, aber bei weitem nicht so schön ist wie die vorherige. Ab Nomeland
geht‘s dann auf der 9 Richtung Kristiansand wo wir uns als erstes zum Fährhafen durchschlagen,
um einen leichten Schock zu bekommen. Die nächste Fähren gehen erst um 1.00Uhr nachts oder
6:30Uhr morgens. Schitt! Es ist 14:00Uhr. Buchen wir also die 1:00Uhr Fähre und machen uns
einen schönen Tag in Kristiansand.
Aber leider gehört Kristiansand nicht gerade zu den schönen Städten - irgendwie
gefällt uns beiden dieser Ort nicht, am besten wir fahren raus und suchen uns einen schönen Platz
an der Küste. Auf der Karte gibt es auch nette Strassen in westlicher Richtung, die scheinbar an
die Küste führen, aber komischerweise fahren wir hier kleine Gebirgswege, ohne auch nur ein
Fitzelchen Wasser zu sehen. Zum Schluss kommen wir zwar an einen Yachthafen aber auch eine Strasse,
die auf Privatwegen endet.
Also doch umkehren und einen Platz in Kristiansand suchen. Fündig werden wir dann am Strandbad,
wo wir die zwei Bayern wiedertreffen, die schon am Fährhafen den gleichen Abfahrtszeitschock wie
wir erlebten. Mit Geklöne und Möwen füttern geht die Zeit rum und um Mitternacht stehen
wir zusammen mit zig anderen Moppedfahrern am Kai und warten auf die Einschiffung. Die meisten der
anwesenden Moppedfahrer sind Norweger mit ihren Reisschüsseln, die als Urlaubsziel die deutschen
Autobahnen angepeilt haben.
Das Einfahren ins Schiff ist schon klasse. So eine lange Moppedprozession im Dunkeln, die in den Bauch
der Fähre einfährt, hat irgendwie was Magisches.
Wir wollen am nächsten Tag einen Abstecher an die dänische Nordseeküste machen und dort
einen Tag in den Dünen relaxen bevor es endgültig nach Hause geht.
314 km hatte ich am Abend auf dem Tacho - macht endlich über 5000km - genauer 5289km.