Irgendwas kratzt da an meinem Zelt und gleichzeitig sind seltsame Stöhngeräusche zu hören.
Es ist zwar noch sehr früh, aber die Neugier siegt und ich quäle mich aus dem Schlafsack,
um der Störung auf den Grund zu gehen. Eine Rebhenne schleicht um die Zelte und verpisst sich
ins Unterholz als sie meiner gewahr wird. Schnell die Kamera, aber es ist noch zu dunkel für brauchbare
Bilder.
Wir sind relativ spät los, der Nebel liegt über den Bergen, aber es sieht zumindest nicht nach
Regen aus. Da wir eine weitere Nacht auf dem Platz verbringen wollen, laden wir alles Gepäck ab
(natürlich - ich erwähnte es schon - nicht meinen rechten Koffer) und fahren - jaja, in
Jeans - zum Fährhafen Tau, um die Maschinen dort stehen zu lassen und als Fussgänger nach
Stavanger überzusetzen.
Zwischenzeitlich scheint auch die Sonne und beschert uns einen sonnigen Tag. Unser erstes Ziel ist das
Erdölmuseum, dass in einem eindrucksvollen Gebäude direkt am Hafen angelegt ist. Interessante
Ausstellungen zum Thema Entstehung des Öls, den technischen Anforderungen zur Förderung und
auch den Katastrophen auf diversen Ölplattformen machen einen Besuch in jedem Fall lohnenswert.
Verwinkelte Gässchen laden zu einem Bummel durch die Altstadt, die zwar sehr schöne Ecken hat,
aber weil es sich um eine Einkaufszone handelt (incl. McDonald und BurgerKing) und die Läden
praktisch mit jeder anderen Stadt austauschbar sind, fehlt doch der letzte Kick. Nach ein paar Stunden,
einem sündhaft teuren Baguette in einer Shopping Mall, diversen Schweisstropfen und einem
rebellierenden Knie (die Sonne scheint durchgehend und die Strassen gehen bergauf und bergab)
tappern wir wieder zurück zur Fähre, um die einsamen Maschinen in Tau aufzusammeln.
Auf dem Campingplatz begegnet uns wieder diese Rebhenne - diesmal weniger scheu. Sie scheint dort
den ganzen Tag rumzulaufen und nach einem Hahn Ausschau zu halten - jedenfalls bietet sie sich
jedem an, der sich ihr nähert. Hat irgendwie eine Sockenschuss, aber das Verhalten ist prima
für ein paar schöne Bilder, die man sicherlich als Wildlifefotos verkaufen kann ;-).
Der Tümpel bringt uns dann erstmals mit den gefürchteten Stechfliegen in Kontakt, klein
und unterschätzt stechen die schlimmer als unsere einheimischen Mücken. Den eigentlichen
Stich bekommt man nicht mit - erst einen Tag später beginnt es zu jucken.
Sage und schreibe 36km haben wir auf den Moppeds zurückgelegt. Sind jetzt 4823km - ob wir jemals die 5000 knacken werden ?