FlåmBam fahren - die sprechen das "FlommBomm" aus, klingt etwas seltsam, aber gehört
wohl so zu dieser trolligen Sprache, wie das en hinter Tunnelen, das kein Mensch ausspricht oder das
er hinter Damer und Herrer an den Klotüren.
Die Strecke ist schon nicht schlecht und auch die technische Leistung, die dahinter steckt, muss man
anerkennen. Aber die kleine Strasse, die teilweise parallel zur Eisenbahnlinie verlaeuft, lockt uns eher an.
Vorher ist jedoch noch mal ein Besuch der Souvenirshops angesagt. Ein Becher hat es mir besonders angetan,
aber der Preis... OK! - habe lange mit mir gehadert, aber ich muss ihn einfach haben, die paar Kronen kann
ich schon in das Teil investieren. Dass der Becher "Made In England" ist, will ich mal als Druckfehler auf
der Verpackung ansehen und dass er knapp 60,--DM gekostet hat ... toll aussehen tut er trotzdem.
Da wir noch eine Nacht auf dem Platz bleiben wollen, fahren wir ohne Gepäck los (einen leeren rechten
Koffer habe ich natürlich dabei - der wird nicht abgemacht - bekommt man wahrscheinlich nie mehr dran)
Zuerst wollen wir die Stabkirche in Undredal anfahren. Nach einigem Suchen finden wir sie denn auch - von
aussen ist sie wie jede andere Kirche verkleidet und dementsprechend getarnt, nur innen lässt sich
die Bauweise erkennen. Es handelt sich aber immerhin um die kleinste Kirche Skandinaviens und Undredal
selbst hat auch seine nette Seiten und Perspektiven, liegt idylisch am Fjord, bietet Sonne satt (zumindest
als wir da waren) und verfügt über eine sehr schöne Anfahrtsstrecke mit parallelem Bergbach
und Ziegenprozessionen.
Auf dem Rückweg will Thomas dann in diesem Bach baden. Da ich keine Badehose und kein Handtuch habe und meinem
Knie die Kälte/Wärme Behandlung nicht unbedingt antun will, kommt mir die Ehre des Kameramanns
zu, der diese Aktion filmt.
Da es noch früh ist, nehmen wir die kleine Strasse parallel zur Bahn in Angriff. Eine richtig tolle
Strecke durch das FlåmTal. Unterwegs geht's vorbei an steilen Abhängen, diversen
Wasserfällen und tiefen Wildwasserschluchten, um später auf Schotter auf der immer schmaleren
Strasse den schwimmenden Tiger ruhig zu halten - ich erwähnte schon meine Strassenbereifung? Das konnte
man zwar auch alles aus dem Zug sehen, aber mit dem Mopped ist es doch um einiges anders.
Ein Wasserfall hat es mir besonders angetan und ist der Favorit aller gesehenen Wasserfälle. Leider ist
er im Licht der Nachmittagssonne im Schatten - mal sehen, ob es morgen früh nochmal was wird.
Zurück auf dem Campingplatz hat dieser sich merklich gefüllt. Irgendwie gefällt mir
Nordnorwegen besser - da ist nicht so ein Touristenkommerz, der am Trollstiegen anfing und je weiter
man südlich kommt immer mehr die Ausmasse typischer Harzlokalitäten annimmt. Und Schweizer,
die den gesamten Platz mit Ihrem Akkordeonspiel beschallen, hatten wir bisher auch noch nicht:-(.
Für 49km hat's noch gereicht. Sind jetzt immerhin 4467km Gesamtstrecke