Heute ist der Gletscher Briksdalsbreen das Ziel für eine Gletscherwanderung. Als wir dort ankommen, fängt
es natürlich mal wieder an zu regnen. Oder war es doch der Wasserfall, der fast über dem Platz runtergeht?
Der Campingplatz liegt direkt unter der Gletscherzunge des Melkevollbreen und ist in Terrassen angeordnet. Beim
Suchen nach der schönsten Stelle fahren wir immer weiter rauf, um schliesslich vor einem Gatter zum Stehen zu
kommen. Glitschiges Gras und Steilheit des Wegs führen dazu, dass nun auch Thomas beim Wenden seine Maschine
wegschmeisst. Ich kann es im Rückspiegel sehen, will auch helfen, aber vorwärts am steilen Hang - keinen
festen Halt unter den Füssen und keine Gelegenheit die Kiste abzustellen lässt meine Hilfsbereitschaft
verpuffen. Also erstmal vorsichtig rückwärts wieder runterrollen. Die Vorderradbremse nützt dabei
garnix - die rutscht einfach durch und mit der Hinterradbremse ist es auch nicht gerade berauschend - das
Hinterrad wandert hin und her. Thomas hat inzwischen auch seinen zweiten Umfaller wieder aufgerichtet und die
DrBig auf sicheres Terrain gefahren. Nun hilft er mir den Berg rückwärts runterzukommen, so dass wir
schliesslich doch einen etwas zugänglicheren Platz für die Zelte wählen ;-)
Schäden bei Thomas: Das Halteschloss seines Topcase ist rausgebrochen, so dass auf der restlichen Tour ein Riemen
diese Funktion übernehmen muss. Wozu diese Spanngurte doch gut sind - mein rechter Koffer wird damit zugemacht,
mein linker Koffer am Träger fixiert und Thomas Topcase festgemacht. Also immer ein paar Spanngurte zur
Reserve dabei haben.
Das Panorama ist genial, aber unter einer Gletscherzunge ist es irgendwie kalt, wenn die jahrtausend lange
gefangene Kälte freigelassen wird. Da es immer noch regnet und meinem Knie nicht nach Wanderung zumute ist,
verziehe ich mich lieber ins Zelt, wo ich prompt einschlafe und mir wahrscheinlich die Erkältung zuziehe,
die einen Tag später ausbrechen sollte.
Abends hört es mal kurz auf zu regnen - bin mir immer noch nicht sicher, ob's nicht doch eventuell der Wasserfall
war - und eine Tütensuppe belebt die Geister. Der Wasserfall rumort wie ein Gewitter - oder sind es
die im Gletscher herabgehenden Lawinen?
Thomas ist - trotz Regens - begeistert von der Wanderung und ich muss wohl nächstes Jahr nochmal dahin, um
das selbst mitzumachen.
War heute ein eher ruhiger Tag und knapp 80km sind auch nicht gerade viel an Tagesetappe.