Endlich kommt ein Mann, um sein Auto zu holen:
"Ob Sie mir mal Starthilfe geben können?"
"Nein, das ist nicht mein Auto
und ich will nix kaputt machen"
Erstaunte Antwort meinerseits:
"Aber..da geht doch nix kaputt?"
"Nein, ich habe eh keine Zeit"...
Frustgedanke: "Ach! - du Penner - verpiss dich doch mit deiner Schei..Karre!!!".
Nach weiteren Minuten kommt ein älteres Ehepaar, dass bei meinem Anblick erstmal einen grossen Bogen macht, aber ich kann sie rechtzeitig abfangen. Motorhaube auf, Kabel dran, Tiger startet sofort und der Dreizylindersound hallt durch die Gänge ...
Prima! - schaffe ich es noch rechtzeitig zu Thomas. Alles wieder aufschnallen, aufsitzen, Seitenständer rein, Kupplung ziehen, erster Gang ...
...? ...?? ...???!
... wieder eisige Stille in der Garage, die von einem herzhaften (siehe oben) unterbrochen wird. Gang raus - kurzer Startversuch - läuft wieder - Gang rein .. Aus!
Also erstmal zurück zur Garage und Werkzeug holen (das Reisewerkzeug will ich nun nicht auch noch auspacken müssen) - da scheint wohl der Seitenständerschalter eine Macke zu haben. Jetzt klemm ich das Teil einfach ab, was sich allerdings als etwas zu schwierig herausstellt, um es mal eben schnell zu machen. So wird einfach nur eine Schraube entfernt und der Schalter zur Seite gedreht. Der Saft reicht natürlich nicht für einen neuen Startversuch, also wieder abpacken ...
"es nervt so langsam!"
Eine älteren Dame stelle ich mich dann so elegant in den Weg, dass sie nicht ausweichen kann, lasse meinen Charme spielen und bekomme wieder Starthilfe. Vor dem Abklemmen aber noch ein kurzer Test mit dem Seitenständer - der Tiger bleibt an. "Puh!" - es kann losgehen. Garage wieder dicht machen, alles bepacken und blos wech...
Kurzes Frühstück bei Thomas und dann rauf auf die A2 Richtung Dresden. Wir wollen heute abend schon in der Tschechei zelten. Wettermässig sieht es nicht gerade sehr toll aus, also kommen die Regenklamotten gleich zum Einsatz...
"Das wird wohl echt nicht meine Tour!"
Ich halte den Reissverschlusszipper der Regenjacke in der Hand. Shit drauf - der Klettverschluss muss reichen - reparieren kann ich das auch am Abend. Jetzt aber los...
Nach einer teilweise sehr stürmischen Fahrt, ungewohntem Kurvenverhalten der Stollenbereifung, langatmigen Autobahnetappen, dem ersten Grenzübergang, der ersten Wechselstube und zügigem Passieren von Prag finden wir am Abend den Zielcampingplatz.
Es ist alles dicht und keiner zu sehen. Da steht
aber 'ne Telefonnummer. Rufen wir halt an und harren der Dinge die da kommen. Ein netter Platz zwischen einem Fluss und
einer Bahnlinie (sic!) wird es dann und bei 14°C halten sich auch die Mücken eher zurück. Noch ein kurzes Bier in
der angrenzenden Kneipe, Auslesen der Trackdaten und der erste Tag ist rum.
