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Ein 08/15 Knipsbildchen aufpeppen

 

 

 Einleitung









Da hat man einen schönen Tag verlebt, sich abgemüht evtl. auch ein paar nette Fotos mit nach Hause zu bringen und dann sind das doch fast alles nur unterdurchschnittliche Knipsbildchen, weil das 400er nicht reichte, weil das Wetter nicht passte oder weil man sich auf anderes konzentriert hat.
Aber scharf ist das Foto und aus 6MP kann man ja noch einiges ausschneiden, wenn nur dieser Zaun nicht wäre, dieser unruhige Hintergrund lenkt auch massiv ab und die tollen Augen kommen überhaupt nicht zur Geltung.
So sieht das Originalbild aus - ein miserabler Bildausschnitt mit viel zu kleinem Wolf, das als DIA schon längst in der Rundablage gelandet wäre...

 

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 Die Ausschnittwahl









Auf dem Foto ist viel zu viel "Gegend" zu sehen, die nichts mit dem eigentlichen Motiv zu tun hat. Also beschneiden: Ich habe den Wolf bewusst an die rechte Seite gesetzt, um seiner Blickrichtung genug Raum in das Bild hinein zu geben. Dabei geht dann zwar leider der schöne Baumstumpf flöten, aber der ist ja sowieso nur Teil des viel zu unruhigen Hintergrunds.

 

Nach dem extremem Beschnitt bleibt das hier übrig (immerhin noch knapp 1600x1200 Pixel, die sich lohnen):

 

 Den Hintergrund korrigieren









Zuerst fällt die gleichmässige Struktur des Zaunes im Hintergrund auf. Obwohl er in der Unschärfeebene liegt, stört er mich doch massiv. Da der hintere Baumstamm quer im Bild liegt ist es sehr einfach diesen Bereich zu markieren und mit einer 5 Pixel breiten, weichen Auswahlkante zu versehen.
Jetzt könnte man den Bereich entweder noch unschärfer machen (einige Strukturen sollten aber enthalten sein, ansonsten sieht es unnatürlich aus) oder man wühlt in seinem Bilderfundus und nimmt ein Waldstück aus einem anderen Foto, dessen Perspektive dem geforderten nahe kommt:

Um dieses Waldstück einzufügen, wird die Auswahl umgekehrt und aus dem Vordergrund eine eigene Ebene gemacht. Nun nur noch den Waldbereich dem vorherschenden Bild anpassen (Kontrast, Farbton und Unschärfe) und aus dem Gehege wird die freie Wildbahn.

 

Alternativ kann man den Wolf natürlich auch in andere Landschaften stellen (das ist aber schon eine massive Manipulation, deren Einsatz im Bereich der Naturfotografie mehr als ungern gesehen wird).
Hierzu wurde der Wolf komplett freigestellt (siehe nächsten Abschnitt), wieder eine Ebene gemacht (5Pixel weicher Rand) und der Hintergrund eingefügt. Die Rute wurde mit verringerter Farbsättigung dem Gesamteindruck angepasst:

 

 

 Den Hintergrund neutralisieren









Mir schwebt aber ein anderes Endergebnis vor, welches den Wolf betont und mehr plakativen Charakter hat. Hierzu wird zuerst der Wolf inkl. vorderem Baumstamm freigestellt. Das lässt sich auch ohne Grafiktablett recht einfach bewerkstelligen:
Die Auswahl grob vorzeichnen und dann in der vergrösserten Ansicht mit gedrückter Shift-Taste Bereiche hinzufügen oder mit gedrückter ALT-Taste wegnehmen. Am Fell muss man nicht jedes Haar markieren - es reicht eine grobe Zickzacklinie, da im nächsten Schritt die Auswahl mit einer weiche Kante versehen wird (hier 5 Pixel).
Nun wird der Wolf inkl Baumstamm auf eine neue Ebene gebracht und der Hintergrund wird eingefärbt und noch etwas unschärfer gemacht.

 

 

 Der Wolf und seine Augen









Die Augen sind für mich das Wichtigste an einem Tier und sie müssen den Blick auf sich ziehen. Da sie im Original leider im Schatten liegen, werden sie jetzt markiert (2 Pixel weiche Auswahlkante) und ihre Sättigung erhöht (alternativ geht natürlich auch Einfärben, um ihm z.B. dämonische Augen zu geben). Beim linken Ausschnitt wurde die Form der Augen noch etwas böse gestaltet, auch wenn das einem Wolf nicht unbedingt gerecht wird ;-).
Die rechte Version ist aber die gewünschte. Wenn man genau hinsieht, fallen die Lichtreflexe auf, die ich zusätzlich gesetzt habe, um den Augen mehr Leben zu geben:
Nun noch den Kopf etwas betonen. Dazu wird er grob ausgewählt und eine weiche Kante von 10Pixel gesetzt. Dieser Bereich bekommt jetzt etwas mehr Kontrast und Helligkeit, um ihn optisch hervorzuheben. Zum Schluss wird dem ganzen Bild nochmals mit Hilfe der Tonwertkorrektur zu einem stimmigen Gesamteindruck verholfen, selektiv geschärft und fertig ist die Verwandlung eines Knipsbildchens zu einem vorzeigbaren Foto.

 

 

 Zum Schluss









Es lohnt sich bei manchen Fotos den Zeitaufwand zu betreiben. Allerdings müssen die Voraussetzungen stimmen, wenn es nicht in tagelange Arbeit ausarten soll. Hier passt der abgesetzte Vordergrund mit der klaren Linie am Baumstamm, der ein einfaches Freistellen ermöglicht und den Scharf/Unscharfbereich ideal trennt.
Auch der im Original schon fast freigestellte Wolf ist einfach zu selektieren. Natürlich ist es schöner, wenn das Foto unverändert das gewünschte Endresultat ergibt, aber wenn man die Möglichkeiten hat, warum sollte man sie nicht nutzen ;-)

 

 

Noch ein Hinweis:
Anfragen zur Bedienung eines Grafikprogramms beantworte ich grundsätzlich nicht mehr - dafür gibt es mehr als genug Seiten im Netz oder RTFM(Read The Fucking Manual).
Ich habe in der Vergangenheit häufiger diesbezügliche Fragen beantwortet und bin es leid noch nichtmal eine Danke-Mail als Feedback zu bekommen, also habt Verständnis.

 

 


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