Tiger rennt wieder…oder wie schön ist es in der prallen Sonne zu basteln

Nachdem wir es gestern bis Bukhara geschafft haben – knapp 650km auf  miserablen Strassen (inkl erneuten (R)Ausfall des Sturzsensors) – habe ich heute Zeit gefunden nochmal den Tiger zu  zerlegen.

Sturzsensor daneben

Sturzsensor daneben

Der steht in der Nacht schön in einem schattigen Innenhof des lokalen Gebetshauses, da durfte ich aber nicht reparieren, sondern musste raus in die pralle Sonne.

sonnig

sonnig

Bis runter zur Airbox zerlegt und dort dann einen Schlauch gefunden, der auf einen Sensor sollte. Genauer der Unterdruckschlauch für den MAP.Sensor war nicht drauf. Grob zusammengebaut, getestet und die Hitze durch Freude in den Hntergrund treten lassen – weit über 30°C im Schatten sind nicht gerade ideal zum Schraiuben..

über der recten Drosselklappe ist der Übeltäter

über der recten Drosselklappe ist der Übeltäter

Inzwischen bin ich frisch geduscht, Handwäsche Klamotten ist auch erledigt und mal sehen was heute noch so passiert..

Haben 2 Bayern getroffen, die 3 Monate unterwegs sind. Die waren auch auf dem Pamir und haben Olaf getroffen, der mir dann was von 2 Österreichern erzählte, die mich kennen…

Der eine liest meinen Blog mit und hat vor Jahren mal Tracks zur  Mongolei bekommen…. die Welt ist klein. Haben gemeinsam zu Abend gegessen und Bier getrunken. Sie bleiben noch einen Tag hier- wir machen uns morgen auf den Weg. Der Blog der Beiden ist unter www.reiseQ.de zu finden.

Usbekistan

Ein blöder Tag gestern:

Erst waren wir 1,5 Stunden zu früh an der Grenze und mussten warten, bis sie aufmacht. Dann dauerten die 2 Autos vor uns knapp 1 Stunde bis wir dran kamen. Im Land dann ständige Kontrollen, wobei eher das Militär Interesse an uns zeigte. Die sind hier an jeder strategischen Stelle postiert und erfassen ausländische Fahrzeuge. Es nervt einfach nur. Geld ist hier  ein Bündel Banknoten – der grösste Schein ist ein Tausender – 3 Bier kosten hier in Taschkent mal locker 45000 Sum – sprich mindestens 45 Scheine wechseln den Besitzer – ich hab mit 500ern bezahlt…

Und Benzin gibt es hier nur 91 oder 80er – wobei 91er eher Mangelware ist…

Jetzt ghets gleich Richtung Samarkand und evtl schaffen wir heute auch noch Bukhara…Wettervorhersage droht allerdings miit 36°C…

Zumindest was erfreuliches

Thomas war heute wieder alleine unterwegs – ich habe Bilder und Filme gesichtet. Die Anfahrt zum Pamir und auch die Rückfahrt inkl Diskussion an der Grenze sind komplett drauf. Hatte vergessen die Kamera auszumachen :-)

Gibt also genug Material für den Film …

Morgen wollen wir um 6:00Uhr zur Grenze – kein Bock mehr auf Hitze und Hotel – wird Zeit fürs Moppedfah*n. Und es geht quer durch Usbekistan, über KZ nach RUS und dann Richtung Odessa…und dann nach Hause…

Christian ist heute schon weiter Richtung Bischkek – sein Blog zur Weltumrundung ist hier: http://dungeondigger.com/

Irgendwas ist immer..

Heute wollte ich mit zum Bazar, die Hitze hier ist zwar fast unerträglich, aber den ganzen Tag im Hotel rumgammeln ist ja auch nix. Wer Russland und die ehemaligen Staaten kennt, weiss, dass hier Treppen immer so gebaut werden, dass sie oben irgendwie ankommen – fehlen 3cm, wird halt ein Treppenabsatz 3cm hoch, während der erste auch schonmal 30cm sein kann. Kurz gesagt ich bin gestern an einem 3cm Absatz gescheitert und hab mir was im rechten Unterschenkel gestaucht. Laufen geht im Moment fast gar nicht und bei der Hitze wird der Kram auch schnell steif, wenn ich es nicht bewege. Ich weiss nicht woran das liegt, dass mir sowas immer auf Touren mit Thomas passiert…

Haben einen Weltumrunder aus München getroffen –  War 12 Jahre beim Bund und nimmt sich jetzt zwischen Bund und Job eine Auszeit. Name reiche ich nach – haben zwar gestern lange beim Bier geklönt, aber ausser Du und Hauptmann weiss ich nx ;-)

Bilder gibts heute abend – hier funktioniert Internet nur in der Lobby…

auf dem Weg um Pamir

auf dem Weg um Pamir

auf 4000m

auf 4000m - da wollte die KTM nicht mehr

Hotel in Osh - Pamir ca 100km entfernt

Hotel in Osh - Pamir ca 100km entfernt

Abbruch :-(

Grüsse aus Osh!  Osh? Osh ist in Kirgisien und hier schlagen wir die Zeit tot, bis unser usbekisches Visum gilt. Den Pamirhighway haben wir diesmal wieder nicht geschafft. Zumindest nur bis zur ersten 4000m Marke, dann wollte die KTM nicht mehr. Sie ging ständig bei Belastung aus und es wäre Selbstgeisselung gleichgekommen, damit weiter zu fahren. So haben wir entschieden umzudrehen: Problem: Wir waren im Niemandsland
zwischen Kirgisien und Tadschikistan und hatten kein Visum mehr für Kirgisien und Tadschikistan ging nicht wegen Pässen bis zu 4600m. Strömender Regen, lange Diksussionen, Anrufe in Konsulaten, Botschaften usw. und schliesslich nach ca 2 Stunden wurde unser Ausreisestempel ungültig gemacht und wir durften wieder zurück nack Kirgisien. Erst wollten sie nur Thomas reinlassen, weil meine Maschine ja ging, aber Hinweis auf keine Russischkenntnisse und gefährliche Strecke vor mir, liessen sie dann erweichen.
Ob ich das ein drittes Mal angehen werde, glaube ich nicht – die Strapazen bis hierher sind schon recht hoch – Kälte, Hitze, ständig von ca 800m auf weit über 3000 und zurück – Schlafen ist eher Erschöpfungsschlaf, als Erholungsschlaf…
Die KTM hat noch ein weiteres Problem: bei Stadtverkehr und Hitze (gefühlte 50°C) geht sie aus…kennen wir schon von der letzten Tour… der Tiger rennt bis auf die Standgasproblematik, aber das habe ich ganz gut im Griff…

So ein Mist

2 Tage bei schönsten Wetter in der Werkstatt verbracht. Gestern bei schönsten Wetter einen Austag gemacht und heute sollte es zu den Canyons gehen (ohne Gepäck, da wieder Rückfahrt nötig) und es giesst in Strömen. Fahren wir morgen mit Gepäck hin und dann mal sehen wie es nach Kirgisien geht…

Jetzt harren wir erstmal der Dinge…denn Bock auf Hotel haben wir keinen mehr, auch wenns Internet gibt und hier mal was steht ;-)

Nachdem es etwas aufgeklart hat, sind Thomas und ich doch noch los. Nach 50km und 1,5 Stunden Stau/Verkehr und Nerven habe ich abgebrochen und Thomas ist alleine weiter. Rückfahrt gestaltete sich extrem nass und ich war froh das Hotel ohne Navi einigermassen zügig wiedergefunden zu haben. Mal sehen was Thomas zu erzählen hat, hier kommen Hagel, Sonne, Gewitter, Sturzfluten derzeit in schneller Reihenfolge..muss ich  mir echt nicht antun …hätte zwar auch gerne die Canyons gesehen, aber … was solls..

Mehr Infos

Nun zur Geschichte mit dem Motorrad. Die Strecken bzw. Pisten bzw. das was sich hier teilweise Weg nennt, sind wirklich heftig. Mehr als einmal schlug das Serienfederbein der Tiger durch. Und bei Tamaz musste ich einem LKW ausweichen, der mir in der Kurve den Weg abschnitt (die wollen auch keine Schlaglöcher mitnehmen) und erwischte ein tiefes Loch so heftig, dass der Tiger ausging. ….und er lässt sich nicht mehr starten.
Reparaturversuche am staubigen Strassenrad bei ca 35°C im Schatten (den es da nicht gab) mit Hilfe diverser Schaulustiger, waren erfolglos. So transportierte mich ein Einheimischer inkl Tiger zum besten (sigh!)Hotel der Stadt und wir – erfahren wie wir sind – organisieren einen LKW aus dem 500km entfernten Almaty  Der kam am nächsten Tag und wieder mal  stand eine quälende LKW Fahrt bis 2 Uhr morgens an.

Die inzwischen bekannte Werkstatt war unser Ziel, aber mit sowas haben sie keine Erfahrung. Auslesen des Fehlerspeichers geht dort auch nicht. Ein Elektriker aus einem Skoda-Haus wurde hinzugezogen und nach einigen Stunden und nahezu Komplettfreilegung der Elektrik, waren die Fehler gefunden.Die Fehler? – Yepp. Beim Repversuch am Strassen rand, habe ich die Scheinwerfersicherung gezogen, damit die Batterie geschont wird und ohne diese Sicherung sagt die OnboradUnit “njet!” Hauptproblem war aber der Sturzsensor, der aus seiner Halterung gesprungen ist – wenn der für ein paar Sekunden Schräglage signalsiert, wird der Motor ausgeschaltet und neu Starten unterbunden. Kleine Ursache, grosse Wirkung. Eigentlich dürfte sich das Teil aber bei einer artgrecht bewegten Enduro nicht so einfach lösen und das mit der Lichtsicherung… viel zu tun, nach dem Urlaub…

Gestern dann habe ich die Maschine wieder zusammengebaut und sie hat neue Puschen bekommen, ABER wollte dann nicht starten. Wieder Tank abgebaut, alles kontrolliert, Anlasser dreht., Zündung ist da, aber kein Sprit in den Ansaugschächten. Direkt reingeschüttetes Benzin, liess sie dannn endlich anspringen. Wenn auch jetzt beim ersten Start mit einem Lerlauf der ausgeht – beim 2. Start hält sie es dann und man kann problemlos fahren. Da ist wohl der Filter dicht oder diese Drecks OBU muss neu lernen…
Heute ist endlich der erste echte Austag – morgen fahren wir zu den Canyons an der chinesischen Grenze, abends zurück ins Hotel und übermorgen gehts gen Pamir…
Noch ein paar Impressionen:

Motorrad läuft wieder

Motorrad läuft wieder? Ja richtig – der Tiger hat diesmal 200km näher an Almaty schlapp gemacht. Aber zuerstmal ein kurzer Überblick was bisher geschah:

Türkei->Georgien war problemlos – etwas unsicher war der Grenzübergang von Georgien nach Russland, der es erst seit dem 1.5. dieses Jahres Ausländern erlaubt, ihn zu  passieren. Aber es klappt wirklich und wir waren dann mittendrin in einem militärisch abgeschirmten Gebiet mit einigen Kontrollen. Diese Gegend nennt sich Tschetschenien und hat einem medeinwirksamen, schlechten Ruf. ABER die Menschen dort haben sich so gefreut Fremde zu sehen, dass man es fast schon mit dem Iran verwechseln konnte. Wir haben uns jederzeit sicher gefühlt und einige nette Kontakte gehabt. Weiter nach Ksachstan – nördlich vom Kaspischen Meer mal wieder eine Grenze passiert (brütende Hitze)  und dann einige Tage durch Kasachstan. Olaf hat sich unterwegs abgesetzt, da er eine andere Route fährt, auf Thomas und mich warteten dann eine absolut miese 200km lange Piste (schlaglöcher mit 3-4m  Durchmwesser und 1m Tiefe (habs auf Video), 2 Stürze für mich (Sand und Schlamm) und dann 1500km Baustelle durch Steppe, Sandwüste und trostlose Dörfer (wozu ich auch Aral zähle).Im Süden wirds dann wieder kultivierter. In Schymkent haben wir im bekannten Hotel übernachtet und dann ab ins 700km entfernte Almaty. Die letzten 500km aber wieder mit LKW :-(

mehr dazu morgen … oder ihr lest bei Thomas, der jeden Abend stundenland am PC tippt ;-)

auf www.thoris.de steht recht viel….

 

Andreas

Noch eine Nacht in der Tuerkei

Wir sind inzwischen kurz vor Trabzon. Morgen gehts nach Georgien. Neben einem Hotel bei Istanbul, das nur Porno im TV hatte und an die 300km kurvenreiche alte Schwarze Meer Küstenstrecke gibts nicht viel zu erzählen. Die Kurven gingen gestern schon so langsam an die Substanz – mehr als 50km/Stunde schafft man da kaum .. aber geil wars :-) Direkt am Meer gezeltet… Maschinen und Männer sind noch wohlauf. Inzwischen machen die Kilometer (sind jetzt bei knapp 3500)auch nix mehr aus – die ersten Tage zwickt es ja meist noch etwas…

Der Tiger wird langsam meiner . Patina ist schon drauf..

Und noch ein Bild von der Bikerkneipe

Ich bin faul beim Tippen – ich weiss .. demnächst mehr…